MARKTPLATZ, ZIEGELEI-STRASSE, WOJEWODSCHAFTS-PALAIS

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Łódź ist heute die drittgrößte Stadt in Polen. Man darf nicht vergessen, dass die Geschichte von Łódź als Agglomeration und Industriestadt mit einem Beschluss des Statthalters von Kongresspolen im Jahr 1820 beginnt, wodurch unsere Stadt den Status einer Industriestadt erhielt. Dank der Bemühungen von Rajmund Rembieliński und Stanisław Staszic begann die entscheidende Phase in der Geschichte von Łódź. Der Beschluss der staatlichen Autoritäten Kongresspolens bot dieser Stadt eine Fülle von Entwicklungsmöglichkeiten und bestimmte langfristig die Richtung des Wandels.

Heutzutage ist nur schwer vorstellbar, dass Łódź in früheren Zeiten eine kleine Stadt war und erst die Entwicklung der Industrie, insbesondere der Textilindustrie im 19. Jahrhundert zur Entwicklung der Stadt selbst sowie zur Entstehung einer großen Agglomeration beitrug. Aber so war es. An dem Platz, an dem heute unser Theatergebäude steht befand sich ehemals ein Marktplatz, der auch Ziegeleiplatz (später Marktring) genannt wurde, weil hier die Erzeugnisse aus der benachbarten Ziegelei verkauft wurden und die heutige Stefan-Jaracz-Straße ehemals Ziegelei-Straße (ul. Cegielniana) hieß. Das erste Gebäude, das am heutigen Henryk-Dąbrowski-Platz erbaut wurde, war ein Mietshaus im Art-Nouveau-Stil (heute Plac Dąbrowskiego, Haus Nr. 4). Es wurde durch Gustaw Landau-Gutenteger entworfen, einen der herausragendsten Architekten in der Geschichte von Łódź, der als Meister des Art-Nouveau-Stils von Łódź gilt und dem diese Stadt viele schöne Bauwerke zu verdanken hat. Das zweite Backsteingebäude war ein Haus an der Straßenecke im neoromanischen Stil, das als Unterbringungsort für Alte und Behinderte diente und später zum Collegium Anatomicum aufgewertet wurde. Das Gerichtshaus wurde in den 1920er Jahren errichtet, auf ein Opernhaus dagegen musste die Stadt noch lange nach Ende des Zweiten Weltkrieges warten. Dennoch hatten die damaligen Stadtbehörden ihre Pläne hinsichtlich dieses attraktiven Standortes in Łódź. Von welchen Plänen ist hier die Rede?

Auf eine historische Reise entführt uns ein Beitrag in der Zeitung „Głos Poranny” vom 12. Juli 1938 mit dem Titel „Pałac województwa na pl. Dąbrowskiego“ (Das Wojewodschafts-Palais am Henryk-Dąbrowski-Platz). Wir ermuntern Sie, den oben genannten Beitrag auf Seite 8 zu lesen.

Für das Auffinden der Informationen sowie für die Zurverfügungstellung der Datei bedanken wir uns bei Herrn Juliusz Grzelczak.

Plac Dąbrowskiego (Henryk-Dąbrowski-Platz), ca. 1930, Aufn. Włodzimierz Pfeiffer, Staatsarchiv, Łódź.

Glos Poranny1938nr189a